Raum für Raum. Was weg muss, was bleiben darf, was eingeschaltet gehört. Aus der Praxis von über 300 fotografierten Objekten in Stuttgart und Süddeutschland — zum Weitergeben an Eigentümer und Mieter.
Von Maurice Veith, Immobilienfotograf · Stand: 18. September 2026
Warum die halbe Stunde Aufräumen den Unterschied macht
Ein Foto zeigt mehr, als das Auge im Raum wahrnimmt. Wer eine Wohnung betritt, blendet den Wäschekorb und das Ladekabel automatisch aus. Auf dem Bild sieht der Interessent beides zuerst — und liest daraus etwas über den Zustand der ganzen Immobilie.
Nachbearbeitung ersetzt das nicht. Ich korrigiere Perspektive, Weißabgleich und Helligkeit. Volle Mülleimer, Zahnbürsten und Kabel retuschiere ich nicht weg, das ist weder ehrlich noch bezahlbar. Zwanzig Minuten Vorbereitung pro Raum bringen mehr als jede Bildbearbeitung.
Diese Liste ist so aufgebaut, dass Sie sie ungekürzt an Ihre Verkäufer oder Mieter weitergeben können. Sie ist bewusst konkret und ohne Fachbegriffe.
Gilt in jedem Raum
—Alle Rollläden und Jalousien komplett hoch, Vorhänge auf
—Fenster geputzt — sie sind auf jedem Innenbild zu sehen
—Alle Lampen einschalten, auch tagsüber, auch die Schranklichter
—Durchgebrannte Leuchtmittel vorher tauschen
—Kabel, Mehrfachsteckdosen und Ladegeräte hinter Möbel oder in Schubladen
—Familienfotos, Urkunden, Kalender, Post und Medikamente wegräumen
—Mülleimer leeren und aus dem Bild nehmen
—Böden saugen und wischen, Teppichkanten glattziehen
—Heizkörper freistellen, nichts darüber hängen
—Türen aller Räume schließbar halten — ich fotografiere oft durch Türöffnungen
Rollläden oben, Licht an, freie Flächen: So wirkt ein Raum auf dem Bild so hell und groß, wie er ist.
Eingang und Flur
—Schuhe komplett weg, auch das eine Paar neben der Tür
—Jacken, Mützen, Schals und Taschen in den Schrank
—Haustiere und Tierzubehör aus der Wohnung oder in einen Raum, der zuletzt fotografiert wird
—Schlüssel für Keller, Garage, Dachboden und Gartenhaus bereitlegen
—Parkmöglichkeit für mich klären — ich lade Stativ, Blitze und Drohne aus
—Eine Person mit Ortskenntnis erreichbar halten, sie muss aber nicht dabei sein
—Wenn geplant: Grundriss, Energieausweis und Objektdaten bereitlegen
Beim Termin arbeite ich Raum für Raum. Ist alles vorbereitet, bleibt die Zeit für das, worauf es ankommt: Perspektive und Licht.
Was ausdrücklich bleiben darf
Eine sterile Wohnung verkauft schlechter als eine bewohnte. Bücher im Regal, eine Obstschale, Schnittblumen, gepflegte Pflanzen, ein zusammengelegtes Plaid auf dem Sofa, Kunst an der Wand — das gibt dem Raum Maßstab und Wärme. Weg muss nur, was privat, defekt, ungepflegt oder schlicht Alltagskram ist.
Bei leerstehenden Objekten stellt sich die umgekehrte Frage. Leere Räume wirken auf Fotos kleiner, als sie sind. Dafür gibt es Virtual Staging — digital möblierte Aufnahmen, gekennzeichnet und rechtssicher.
Häufige Fragen
FAQ — Vorbereitung Fototermin
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Für eine bewohnte Drei- bis Vierzimmerwohnung planen Sie zwei bis drei Stunden ein, verteilt auf den Vortag und den Morgen des Termins. Bei leerstehenden Objekten reicht meist eine Stunde für Reinigung und Kontrollgang.
Muss der Bewohner anwesend sein?
Nein. Angenehmer wird es für alle, wenn die Wohnung während der Aufnahmen leer ist. Jemand mit Schlüssel sollte erreichbar sein, falls ein Raum verschlossen ist oder ein Rollladen klemmt.
Familienfotos, Post, Medikamente, Kalender und Kinderzeichnungen kommen weg. Bücher, Pflanzen und eine Obstschale dürfen bleiben. Ein komplett leergeräumter Raum wirkt kalt, ein zugestellter Raum wirkt eng.
Wann ist die beste Tageszeit für die Aufnahmen?
Für Innenaufnahmen zweitrangig, weil ich mit Blitz und Belichtungsreihen arbeite. Für Außen- und Drohnenaufnahmen ist der späte Vormittag oder frühe Abend besser als die Mittagssonne. Bei Südfassaden stimmen wir den Termin ab.
Was, wenn die Wohnung nicht vorbereitet ist?
Kleinigkeiten räume ich im Rahmen des Termins weg, das gehört dazu. Ist ein Objekt grundlegend nicht vorbereitet, kostet das Zeit und geht auf die Bildqualität. Dann melde ich mich vor Ort und wir entscheiden gemeinsam, ob wir verschieben.